Kürzung der humangenetischen Vergütung gefährdet die Patientenversorgung
Die geplante Kürzung der humangenetischen Vergütung ist ein Angriff auf eine ohnehin fragile Versorgungsstruktur. Mit der aktuellen Absenkung der Vergütung humangenetischer Diagnostik werden notwendige Untersuchungen erschwert, verzögert oder im Zweifel ganz unterlassen. Das trifft vor allem Menschen mit seltenen Erkrankungen, ungeklärten Symptomen und komplexen Behandlungsverläufen. Die KBV selbst spricht von drastischen Kürzungen. Fachverbände wie der BVDH warnen seit Monaten, dass diese Politik die wirtschaftliche Grundlage der humangenetischen Labore und Praxen untergräbt und damit genau jene Diagnostik gefährdet, auf der moderne Präzisionsmedizin beruht.Wer an der genetischen Diagnostik spart, spart an der Präzisionsmedizin der Zukunft.
Die Folgen sind absehbar: fehlende Diagnosen, verspätete Therapien und im schlimmsten Fall falsche oder unterlassene Behandlungen. Gerade in der Humangenetik kann ein unzureichender Befund bedeuten, dass Patientinnen und Patienten zu spät die richtige Therapie erhalten oder unnötige Behandlungswege durchlaufen.Die Sparmaßnahmen sind fachlich nicht vertretbar und gesundheitspolitisch verantwortungslos.
Die geplanten Kürzungen finden auch über die deutsche Fachpresse hinaus Beachtung, etwa beim US-Genomik-Fachdienst GenomeWeb und bei POLITICO. Der Beschluss sendet ein fatales Signal: Statt Versorgung zu sichern, wird ein zentraler Bereich der Diagnostik systematisch ausgehöhlt.
Die beschlossenen Kürzungen der Vergütung humangenetischer Leistungen werden inzwischen auch außerhalb Deutschlands aufmerksam verfolgt.
Wir möchten Sie auf einen aktuellen Beitrag der Fachjournalistin Julia Karow auf GenomeWeb hinweisen.
Dieser greift die Positionen und Aktivitäten des BVDH im Zusammenhang mit den Kürzungen auf und beleuchtet deren mögliche Auswirkungen auf Labore, Praxen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Dabei wird deutlich, dass die Kürzungen nicht nur erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben, sondern die Sicherung einer leistungsfähigen und zukunftsfähigen humangenetischen Versorgung in Deutschland gefährden.
Im Gespräch mit Politico unter „Humangenetik“ vom 11.06.2026 warnt Frau Prof. Elke Holinski-Feder vor den Folgen der vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossenen drastischen Honorarkürzungen von über 30 Prozent in der Humangenetik. Der BVDH verfolgt die aktuellen Entwicklungen eng und wird sich weiterhin mit Nachdruck für die Belange der Humangenetik einsetzen.
Gemeinsamer Brandbrief des Berufsverbands Deutscher Humangenetiker e.V. (BVDH), der Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH) und des ALM - Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.
In der aktuellen Ausgabe des iX-Forums MENSCH ‹› MASCHINE: KI, DATEN UND VERSORGUNG 2036 wird beleuchtet, wo KI heute schon hilft und was es braucht, damit die Technologie sicher, regelkonform und zum Wohl der Patientinnen und Patienten eingesetzt werden kann.
Lesen Sie hier den Artikel der GfH-Kommission "Künstliche Intelligenz" mit Unterstützung durch Dr. med. Bernd Auber aus dem BVDH-Vorstand. Die gesamte Ausgabe steht auf der Webseite der iX-Media zum Download zur Verfügung.
Am 30. März 2026 empfing der BVDH Herrn Dr. Stephan Pilsinger, Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU), im MGZ München.Im Rahmen des Gesprächs wurde der aktuelle Versorgungsauftrag im Bereich der Humangenetik vorgestellt. Darüber hinaus standen die geplanten finanziellen Veränderungen im Zuge der EBM-Anpassung im Fokus. Der Termin bot Gelegenheit zu einem konstruktiven Dialog über die zukünftigen Herausforderungen und Rahmenbedingungen der humangenetischen Versorgung.
Wir danken Herrn Dr. Pilsinger für den offenen Austausch und sein Interesse an unseren fachlichen Anliegen.
Mehrere medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände, darunter auch unser Verband, fordern organisatorische Reformen bei der Akkreditierung medizinischer Labore und pathologischer Institute durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Ziel ist eine effizientere, transparentere und praxisnähere Ausgestaltung der Akkreditierungsverfahren.
Über die Initiative berichtet das Deutsche Ärzteblatt.
Der BVDH fordert gemeinsam mit anderen Verbänden und Fachgesellschaften der medizinischen Labore und Institute für Pathologie eine Reform des Akkreditierungssystems der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS). Unter dem Titel „Für ein verlässliches, praxistaugliches und leistungsfähiges Akkreditierungswesen“ haben wir unsere Positionen gebündelt.
Für seltene genetische Erkrankungen gibt es Behandlungsoptionen, Studienprogramme, krankheitsspezifische Versorgungsangebote, PatientInnenorganisationen und Register. Für viele Betroffene stellt sich jedoch eine entscheidende Frage: Wie erfahre ich davon?
Genau hier setzt FindMe2care an – über einen QR-Code auf dem genetischen Befund können sich PatientInnen freiwillig, unkompliziert und im Einklang mit den geltenden Datenschutzbestimmungen auf der Plattform registrieren. Alle Anfragen, etwa zu Therapiestudien, werden vorab durch ein unabhängiges ExpertInnenboard geprüft.
Initiiert wurde die Plattform, die bereits von fast 1000 PatientInnen genutzt wird, von vertragsärztlich tätigen humangenetischen Laboren in Deutschland. Um die Gemeinnützigkeit und den unabhängigen und patientenorientierten Charakter des Projektes zu unterstreichen wurde FindMe2care Teil der gemeinnützigen Europastiftung Humangenetik.
Um möglichst vielen Betroffenen langfristig den Zugang zu relevanten medizinischen Entwicklungen zu ermöglichen, ist die Initiative offen für weitere akkreditierte humangenetische Labore. Jede zusätzliche Teilnahme stärkt das Netzwerk – im Interesse der PatientInnen.
Der BVDH unterstützt dieses Projekt und möchte sich bei dieser Gelegenheit bei allen teilnehmenden Laboren ausdrücklich bedanken.
Bitte beachten Sie, dass unsere Geschäftsstelle in der Zeit von 24.12.2024 bis einschließlich 06.01.2025 nicht besetzt ist. Ab 07.01.2026sind wir wieder wie gewohnt für Sie erreichbar.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien besinnliche und erholsame Weihnachtsfeiertage und einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Wir freuen uns, Sie erneut persönlich in Berlin begrüßen zu dürfen! Eine Anmeldung ist unter dem folgenden Link möglich: https://bvdh.de/public.php?id=10010. Hier finden Sie das aktuelle Programm:
Um auf bestehende Herausforderungen bei den Akkreditierungs-Abläufen im Bereich Medizinische Laboratorien und Pathologie aufmerksam zu machen, haben wir — gemeinsam mit den unten aufgeführten Verbänden und Fachgesellschaften — eine Beschwerde bei der DAkkS eingereicht. Unser Anliegen ist es, damit einen konstruktiven Austausch auf den Weg zu bringen und eine Weiterentwicklung des Verfahrens anzuregen.