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20 Jahre Berufsverband Medizinische Genetik e.V.

Vor genau 20 Jahren - am 5. Okt. 1983 - wurde der BVmedgen gegründet. Herr Prof. Fuhrmann war der erste Vorsitzende unseres Berufsverbandes bis 1985. Ihm folgte im Amt Herr Prof. Passarge (1985–1989), Herr Prof. W. Vogel (1989–1993), Herr Prof. Schmidtke (1993–1997) und Herr Prof. Murken (1997–1999). 1999 wurde ich zum Vorsitzenden des BVmedgen gewählt und lenke seitdem gemeinsam mit den Kollegen Peter Steinbach, Elke Holinski-Feder, Hertraut Haas-Andela (ab 2001), Bernt Schulze und Claus Waldenmaier (bis 2001) die Geschicke des Vereins.

Damals waren 20 Mitglieder bei der Gründungsversammlung anwesend, heute haben wir 421 Mitglieder, die als Mediziner und als Naturwissenschaftler das gesamte Spektrum des Faches Humangenetik abdecken. Die Ergebnisse der letzten Mitgliederbefragung haben gezeigt, dass wir Vertreter aller Gruppierungen unter einem Dach vereinen: Praxis, Universität, Klinik und Forschung sind in einem ausgewogenen zahlenmäßigen Verhältnis repräsentiert.

Nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik und dem BVDH haben wir in den vergangenen Jahren viel erreicht:

  • der Facharzt für Humangenetik wurde etabliert;
  • im EBM wurden eigene Ziffern für die Humangenetik geschaffen und gegenüber anderen medizinischen Fachgebieten als essentieller Bestandteil der Humangenetik verteidigt;
  • in der Medizinerausbildung zählt die Humangenetik als Prüfungsfach mit all den dazu gehörigen Herausforderungen an Lehre und Forschung;
  • in der Facharztweiterbildung hat die Humangenetik eindeutig an Profil gewonnen; fachfremde Kollegen finden in der Humangenetik kompetente Ansprechpartner. Unsere entscheidende Aufgabe liegt darin, Ausbildungsplätze zu schaffen, und Kollegen darin zu unterstützen, qualitativ hochwertige Weiterbildung anbieten zu können;
  • die Verhandlungen mit der KBV haben gezeigt, dass die Humangenetik abrechnungstechnisch nicht nur ein sehr „schwieriges“ Fach darstellt, sondern auch, dass ohne den Sachverstand der humangenetischen Kollegen aus Klinik und Praxis keine vernünftigen Lösungen im Bereich der Abrechnung gefunden werden können.

Auch wenn unser Fach zu den kleineren medizinischen Fächern zählt, haben wir es in den letzten 20 Jahren geschafft, unsere Eigenständigkeit und Unverzichtbarkeit unter Beweis zu stellen. Hervorgehoben sei hierbei besonders das Engagement des BVDH, der gemeinsam mit dem BVmedgen bei allen Verhandlungen mit der BÄK und der KVB stete Wachsamkeit gezeigt, rechtzeitig auf die neuesten Entwicklungen reagiert und in einem Kraftakt die längst notwendig gewordene Kostenstrukturanalyse forciert hat. Diese wird uns jetzt die essentiellen Daten für die Verhandlungen mit der KBV zum EBM2000 plus liefern.

Dieses Engagement wird auch im öffentlichen Raum spürbar, wenn selbstbewusst humangenetische Sachverhalte zum Thema gemacht werden. Die Berufsverbände und die Fachgesellschaft haben durch ihren (berufs-)politischen Einsatz wesentlich zur positiven Wahrnehmung des medizinischen und wissenschaftlichen Wertes der Humangenetik in der Gesellschaft beigetragen.

Die Humangenetik hat für andere Fächer auf nationaler und europäischer Ebene nahezu Vorbildcharakter was die Veröffentlichung von Leitlinien und Stellungnahmen angehen. Diese wiederum sind eingebettet in ein gut funktionierendes Qualitätsmanagementsystem. Der BVmedgen hat dabei die Aktivitäten seiner Mitglieder nachhaltig unterstützt, wenn es darum ging, neue Ringversuche einzuführen, zu organisieren und statistisch abzusichern.

Besonders hervorheben möchte ich auch die hervorragende Entwicklung der Zeitschrift medizinischegenetik. Auf der Mitgliederversammlung 1989 wurde die Herausgabe eines Mitteilungsblattes beschlossen. Daraus ist in den folgenden Jahren eine Fachzeitschrift geworden, die vor allem im Bereich der Fortbildung durch Schwerpunkthemen ihre Akzente setzt.

Die in den letzten 3 Jahren sehr effektiv verlaufene Zusammenarbeit zwischen den beiden Berufsverbänden machen die Existenz zweier Verbände obsolet. Gemäß des Mitgliederbeschlusses im Jahr 2000 haben die beiden Verbände alle Anstrengungen unternommen, den gewünschten Zusammenschluss bis zum Jahresende 2003 zu erreichen. Der zukünftige Berufsverband wird sich auf seine berufspolitischen Aufgaben konzentrieren. Die im gegenwärtig bestehenden BVmedgen integrierten Bereiche - Qualitätssicherung und Verlag - sollen deshalb in das neu zu gründende Forum Humangenetik übergeben werden. Das Forum Humangenetik soll für den gesamten Fachbereich Humangenetik die Organisation der QS, der Fort- und Weiterbildung als auch die Herausgabe der Zeitschrift medizinischegenetik übernehmen. In enger Verzahnung mit der GfH und dem zukünftigen gemeinsamen BV (BVDH) soll das Forum diese Funktionen erfüllen.

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung stehen daher wichtige Entscheidungen an. Zum einen muss die Mitgliederversammlung die Übertragung des Verlages und der Qualitätssicherung an das Forum Humangenetik beschließen, zum anderen ist eine Zustimmung zu dem Entwurf des Verschmelzungsvertrages zwischen dem BVDH und dem BVmedgen erforderlich, damit die beiden Verbände fusionieren können. Da der Verschmelzungsstichtag auf den 1.1.2004 gelegt wurde, müssen bis zur Auflösung des BVmedgen auch noch turnusgemäß Vorstandswahlen stattfinden.

Nur mit Ihrer Hilfe können wir auch die zukünftigen Aufgaben meistern, kommen Sie deshalb nach Marburg und entscheiden Sie mit über die Zukunft Ihres Berufsverbandes.