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Abrechnung von Next-Generation Sequencing (NGS) im privatärztlichen Bereich (GOÄ)

NGS-Hochdurchsatzverfahren

Seit dem 3. Quartal 2016 sind die Methoden für Sequenzierungen im EBM freigegeben. Im privatärztlichen Bereich (GOÄ) ist das Honorar für eine Hochdurchsatzsequenzierung nicht festgelegt. Der BVDH hat in seiner Mitgliederversammlung im November 2018 seine Kalkulation aus dem Jahr 2014 für die Durchführung einer NGS-Analyse überarbeitet und empfiehlt den Leistungserbringern, diese als Grundlage für Abrechnungen gegenüber Patienten und Versicherungen zu verwenden.


Da die NGS-Methoden in der GOÄ nicht explizit abgebildet sind, wurden die vorhandenen Ziffern zur DNA-Sequenzanalyse für die Anwendung im Bereich Panel- und Exomdiagnostik entsprechend der aktuellen Kostenstudie eingesetzt. Durch die aktualisierte Abrechnungssystematik, die auch Fortschritte in der Technologieentwicklung berücksichtigt, wird es möglich, auch im GOÄ-Bereich Panel- und Exomdiagnostik transparent, vergleichbar und kostenbewusst im Rahmen einer modernen humangenetischen Diagnostik durchzuführen.


Die Kalkulation setzt sich aus einem technischen Anteil, der gleichbleibend ist, und einem variablen Anteil für die Auswertung und Beurteilung, der entsprechend der Größe der ausgewerteten Sequenzen zunimmt, zusammen. Dabei wurden entsprechend aktueller Kostenerhebungen die Werte für Personal, Geräteinvestitionen und Verbrauchsmaterial ermittelt sowie das „kalkulatorische Arzthonorar“ zugrunde gelegt.


Die Empfehlungen basieren auf 3 verschiedenen Qualitätskategorien, unterteilt in die Typen A, B und C. Typ A stellt die Multigenpaneldiagnostik bis 50 kb dar, Typ B und C bilden ein nach oben offenes Kontingent ab, das sich in der Qualität der Auswertung unterscheidet.


 

[Erläuterung der Typen:
Type A test: The lab warrants >99% reliable reference or variant calls of the coding region and flanking intronic sequences, and fills all the gaps with Sanger sequencing (or another complementary sequencing analysis), and, depending on the platform used, performs extra analysis of, for example, the homopolymer stretches.
Type B test: The lab describes exactly which regions are sequenced at>99% reliable reference or variant calls, and fills some of the gaps with Sanger (or other) sequencing.
Type C test: The type C test solely relies on the quality of NGS sequencing, while no additional Sanger (or other) sequencing is offered. Quellen: Matthijs G, Souche E, Alders M, Corveleyn A, Eck S, Feenstra ]

 


Als „Kleine MGPS“ gelten übliche Panelanalysen für spezifische Diagnosen, die eine begrenzte Anzahl von Genen erfassen. „Große MGPS“ sind z.B. „whole exome Analysen“.


Die Kommission „Diagnosebezogene Abrechnungsmodelle“ der GfH hat in Zusammenarbeit mit der Kommission Gebührenordnung des BVDH Indikationen für den Einsatz der NGS erarbeitet.

Indikationen für den Einsatz der NGS